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Plasma TV: Qualitäts-Meister?

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Panasonic TX-P42VT20E 3D Plasma TV

Im Bild: Der Panasonic TX-P42VT20E 3D Plasma TV

Plasma TV: Warum gerade diese Technik?

Plasma TV ist der erbitterte Konkurrent von LCD Displays wie LED TV. Dieser Artikel wird Funktionsweise und die Vor-und Nachteile der Technologie aufzeigen.

Plasma TV: Funktionsweise

Die Technologie hat eine Gemeinsamkeit mit OLED: Plasma leuchtet selbst. Das bringt die gleichen Vor- und Nachteile wie bei OLED mit sich. Deswegen wird Plasma TV auch immer besser sein als das LED TV. Aber zunächst zur Funktion von Plasma TV:

Für jeden Pixel gibt es beim Plasma TV drei Farbkammern für Rot, Grün und Blau. Diese sind jeweils mit folgenden Komponenten gefüllt:

  • Elektrode für Lichtintensität an Displayscheibe
  • Datenelektrode an Innenseite, die Farbvorgabe liefert
  • Fluoreszierendes Edelgasgemisch
  • Entweder Phosphor für grüne, blaue oder rote Farbe

Folgender Maßen ist der Ablauf:
Die Datenelektrode liefert die Farbvorgabe, woraufhin die Elektrode für die Lichtintensität das Edelgasgemisch zündet. Die dabei entstehende Mini-Explosion nennt man Plasmaentladung. Diese Zündung lässt UV-Licht entstehen, was das dahinter liegende Phosphor leuchten lässt – je nach Phosporart rot grün oder blau. Die Intensität der einzelnen Farben regelt die Elektrode an der Displayscheibe, indem sie entweder mehr oder weniger Licht von der Kammer durchlässt. Und das Zusammenspiel der drei Kammern ergibt dann eine Farbe. Hiermit ist auch tiefschwarz möglich, weil die Kammern auch einfach komplett aus sein können und hellstes weiß, indem das volle Licht von der entsprechenden Elektrode durchgelassen wird.
Im Prinzip läuft es also so ab: Edelgase werden gezündet und die dabei entstehende UV-Strahlung von Phosphor in Licht umgewandelt – genau wie bei Leuchtstoffröhren. Der Unterschied ist im Grunde nur, dass alles viel kleiteiliger passiert. Das Plasma-Display ist eine Ansammlung von vielen tausend CCFL!

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Eine Plasmaentladung: So sieht sie in groß aus

Vorteile

Kontrast immer der größte

Der wahrscheinlichst größte Vorteil von Plasma TV ist der hohe Kontrast. Das liegt ganz einfach daran, dass jeder schwarze Pixel auf dem Display wie zum Beispiel bei einem Sternenhimmel dadurch erreicht wird, dass genau für jeden Pixel eine Plasmazelle komplett ausgeschaltet wird und man so wirklich tiefes schwarz sieht. Anders dagegen LED Backlight: Dieses ist ungenauer. Denn wenn ein weißer Stern in der Nähe ist, strahlt das für den weißen Stern leuchtende LED nicht nur die Sternpixel weiß, sondern auch die benachbarten schwarzen Pixel etwas an. Dadurch ist der Helligkeitsunterschied beim LED TV – und übrigens auch beim LCD Display mit Leuchtstoffröhre – nie so groß wie beim Plasma TV. Das gilt ebenso für alle anderen Farben: Sie mischen sich bei LCD Displays immer ein bisschen ineinander, was den Kontrast runterzieht und Streulicht genannt wird. Diesen Effekt gibt es nicht bei Plasma TV:

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Farbwiedergabe unverfälscht

Da Plasma-Zellen selbst leuchten, kann jede erdenkliche Farbe direkt produziert werden. Anders als beim LED TV und deren Zusammenspiel von Leuchtdioden und Flüssigkristallen. Dadurch sind viel feinere Farbnuancen möglich – Vor allem bei denen, die wir besoners gut kennen, wie Abendrot oder Haut in unterschiedlichen Nuancen, fällt uns die Unnatürlichkeit bei anderen Flachbildschirmen auf.

Plasmazellen erzeugen keinen Nachzieheffekt

Man stelle sich ein Formel 1 Rennen vor. Ein Formel 1 Wagen fährt vom linken zum rechten Bildschirmrand. Das Problem dabei ist, Fernseher zeigen Szenen in Einzelbildern. Es wird also in hypothetisch 100 Bildern gezeigt, wie ein Auto von links nach rechts fährt.
Flüssigkristalle würden so reagieren: Sie zeigen die Einzelbilder und die Millisekunden, in denen zwischen zwei Einzelbildern nichts geliefert wird, bedingt durch die Bildwiederholrate und die Hertzzahl, wird das zuletzt gezeigte Bild einfach stehen gelassen. Das Gehirn rechnet aber eigentlich in diesen Zwischenräumen ein dazwischen passendes Bild aus, das die Bewegung des Autos weiterführt – und ist verwundert wenn ein Bild geliefert wird, das immer noch so weit zurück ist wie das Bild davor, einfach weil bei LCDs das Bild immer kurz stehen bleibt. Da man durch die normale Hirntätigkeit aber gewohnt ist, dass das Bild weitergrführt wird, kommt es einem so vor, als würde die Bewegung immer kurz doppelt ausgeführt – Der Nachzieheffekt entsteht.

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Plasmazellen wurden extra für die olympischen Spiele in Nagano entwickelt und sind deswegen auf Bewegungsdarstellung spezialisiert. Sie haben nicht das Problem, dass zwischen zwei Einzelbildern das Bild stehen bleibt. Denn prozessbedingt ist hier das Bild zwischen zwei Einzelbildern immer kurz schwarz, weil das Leuchten des Phosphors nicht kontinuierlich aufrechterhalten werden kann. In dieser kurzen Zeit des schwarzen Bildes wird das Gehirn nicht irritiert durch ein stehen gebliebenes Bild, sondern kann sich „in Ruhe“ sein eigenes passendes Bild ausrechnen – Es entsteht kein Nachzieheffekt.

Außerdem ist die Reaktionszeit allgemein bei Plasma TV geringer, was den Nachzieheffekt verringert. Zum Vergleich:

  • Plasma haben eine Reaktionszeit von 1-2ms
  • LCDs haben eine Reaktionszeit von mindestens 3ms

Weiter Betrachtungswinkel

Hätte Plasma TV keine Filter auf dem Display, die Reflexionen mindern, wäre sein BEtrachtungswinkel sogar 180 Grad – so sind es „nur“ 170 Grad und damit immer noch viel mehr als bei LCD Panels.

Plasmazellen sind flach

Da Plasmazellen sehr flach sind und sie von selbst leuchten dank des Phosphors, wird keine extra Beleuchtung wie CCFL-Röhren oder LEDs benötigt. Von daher spart man zusätzlich noch Platz für die Hintergrundbeleuchtung.

Nachteile

Kommt schlecht gegen Umgebungslicht an

Es ist schon verwunderlich: Plasma TV wurde extra für ein Sportereignis im Freien konzipiert… Aber kommt schwer gegen Umgebungslicht an…
Leider nimmt der Kontrast bei Umgebungslicht sehr schnell ab auf einem Plasma TV.

Plasmazellen altern schnell

Genauer gesagt altert das Phosphor und damit geht die Leuchtkraft nach und nach drauf. Ein anderes Zeichen des Alters sind bei Plasmadisplays Einbrenneffekte: Wenn manches Zellen mehr beansprucht werden als andere und das dauerhaft, zeichnet sich irgendwan deren andauerndes Leuchten auf dem Bildschirm ab, denn das Glas wurde angesenkt. Dies ist der Fall, wenn man ständig nur ein bestimmtes Bild an hat z.B. einen Wallpaper oder wenn man 4:3 Format auf einem 16:9 Display guckt. Denn dann werden die äußeren Bildschirmbereiche gar nicht beansprucht und sind viel frischer, wodruch das Alter der mittleren Sektion noch mehr auffällt.

Nicht mehr aktuell: Plasmazellen fressen Strom

Die andauernde Zündung von Edelgasen kostete natürlich Strom – schließlich müssen hier bei durchschnittlich 3000 Pixeln pro Display und damit 9000 Kamern abertausende Funken pro Sekunde erzeugt werden. Dieser Prozess wurde aber soweit optimiert, dass heute der Nachteil von Plasma TV, es fresse viel Strom, kaum noch zutrifft, auch wenn sich das Vorurteil weiter wacker hält:)

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